Suchmaschinenoptimierung für feministische Webseiten

Externe Signale: Beliebt ist, wer verlinkt wird?

Wenn andere Webseiten auf die eigene Webseite verlinken, gilt das für Suchmaschinen-Algorithmen als positiver Ranking-Faktor. Das gleiche gilt für Social-Media-Shares: je häufiger ein Beitrag geteilt wird, desto besser - aus SEO-Sicht.

In den Augen von Suchmaschinen zählt jedoch nicht jeder Link gleich viel. Google bewertet die Qualität und Vertrauenswürdigkeit von Webseiten und bewertet einen Link von Webseiten, die es als “qualitativ hochwertig” und “vertrauenswürdig” einstuft höher. Die Kriterien, nach denen dies definiert wird, sind nicht vollkommen transparent.

Ein Link von Wikipedia, der BBC oder einer anderen etablierten Webseite ist aus der Sicht von Google besser für das Ranking als ein Link von kleineren Blogs oder gar Spam-Seiten. Genauso macht das Link-Umfeld einen Unterschied: die beiden Webseiten, die aufeinander verlinken, kommen idealerweise aus dem gleichen Themenfeld, sind z.B. beides feministische Organisationen.

Diagramm eines Netzwerks von Links unter thematisch ähnlichen und unterschiedlichen Webseiten

Der Hintergrundgedanke hinter beiden Kriterien – Qualität und thematisch sinnvolles Link-Umfeld – ist immer, dass der Algorithmus nur Links berücksichtigen soll, die organisch entstanden sind. Dass Webseiten versuchen, durch das Tauschen oder Kaufen von Links oder sonstige Methoden den Algorithmus zu beeinflussen, um das eigene Ranking zu verbessern, wollen Suchmaschinen auf diese Weise verhindern. Denn dann könnten sie noch weniger als jetzt behaupten, dass ihre Suchergebnisse gut und vertrauenswürdig seien. Der Algorithmus ist darauf ausgelegt, solche Methoden der Manipulation zu erkennen. Webseiten, die solche Tricks anwenden, kann es passieren, dass sie aus den Suchergebnissen herausgefiltert werden.

Was im SEO-Jargon oft “Linkbuilding” und “Offpage-SEO” genannt wird, ist aus diesen Gründen immer weniger ein aktives Werben um Links. Stattdessen wird geraten, sich auf die Inhalte zu konzentrieren. Die Grundidee ist einfach: Wenn die Inhalte einer Webseite ansprechend und nützlich für die Zielgruppe sind, werden sie schon von alleine verlinkt.

Wichtig: auch die Nennung eines Website-Namens ohne Link zählt positiv. Viele Nachrichtenseiten, die über eure Initiative berichten, werden eure Webseite vermutlich nicht verlinken. Trotzdem zählt die Erwähnung des Namens positiv für Suchmaschinen-Algorithmen.

Oft fallen in diesem Zusammenhang auch die Begriffe “Dofollow”- und “Nofollow”-Links. Um zu verstehen, was damit gemeint ist, hilft ein Blick darauf, wie ein Link im HTML-Quelltext aussieht.

<a href=“URL der verlinkten Seite“>Ankertext

Auf der eigentlichen Seite sehen Nutzer:innen dann nur den Ankertext und können auf ihn klicken, um zu der verlinkten Seite zu gelangen. Es ist allerdings möglich, dem -tag verschiedene Attribute hinzuzufügen. Ein sehr häufiges Attribut ist rel=”target:_blank”, das bewirkt, dass sich ein Link in einem neuen Browser-Tab öffnet.

Genauso ist es möglich, Suchmaschinen über Attribute Hinweise zu geben, wie sie den Link behandeln sollen.

Das nofollow-Attribut fordert Suchmaschinen-Crawler auf, dem Link nicht zu folgen. Ein solcher Link zählt nicht für das Ranking der verlinkten Webseite (weder positiv, noch negativ). Im HTML sieht das so aus:

<a href=“URL der verlinkten Seite“ rel=“nofollow“>Ankertext

Betreiber:innen von Online-Shops setzen nofollow-Links manchmal ein, um die Anzahl der internen Verlinkungen auf ihrer Webseite zu reduzieren, damit Suchmaschinen-Crawler die gleiche URL nicht zu oft aufrufen. Oder um zu verhindern, dass Crawler auf Produkte kommen, die nicht lieferbar sind. Viele Online-Foren haben es außerdem so eingestellt, dass alle von Nutzer:innen in Beiträgen geposteten Links zu anderen Webseiten nofollow-Links sind, damit Firmen eben nicht versuchen, durch Platzieren von Links in diesen Foren positive Ranking-Signale zu sammeln.

Manchmal wollen die Webseiten-Betreiber:innen jedoch auch von sich aus, dass Links auf ihre Webseite nofollow-Links sind. Zum Beispiel, wenn sie Werbung auf anderen Webseiten schalten und dafür Geld bezahlen, denn diese Art von Links könnten Suchmaschinen als Link-Kauf einstufen und die Seite zur “Strafe” aus den Suchergebnissen heraus nehmen.

Ein dofollow-Attribut gibt es nicht – jeder Link ohne nofollow-Attribut ist ein dofollow-Link. Jede Webseite hat im Regelfall eine Mischung aus nofollow- und dofollow-Links. Die Unterscheidung ist mittlerweile für viele Webseiten nicht mehr relevant – wer einen einfachen Blog betreibt, braucht sich darum in der Regel nicht zu kümmern. Das Hintergrundwissen ist dennoch wichtig, um zu verstehen, was man nicht machen sollte – Links alleine aus SEO-Gründen in Online-Foren posten, zum Beispiel.

Zwischenfazit

  • Links von anderen Webseiten, insbesondere solche, die Suchmaschinen als „qualitativ hochwertig“ und „vertrauenswürdig“ einstufen, sind ein positiver Ranking-Faktor.
  • Das gleiche gilt für Social Media-Shares.
  • Die effektivste Linkbuilding-Methode sind gute Inhalte.
  • Nofollow-Links tragen das nofollow-Attribut und zählen nicht für das Ranking.
  1. Bittet eure Partner:innen und Netzwerke, auf euch zu verlinken.

  2. Denkt darüber nach, welche Art von Inhalten für eure Zielgruppe und euer Netzwerk besonders interessant und nützlich sind. Gibt es Fragen, die euch auf Social Media immer wieder gestellt werden? Schreibt dazu einen Blogbeitrag. Fehlen Argumentationshilfen oder Referenzen? Könnt ihr wichtige Fakten zu eurem Thema zusammenstellen? Diese Inhalte werden üblicherweise viel geteilt und verlinkt.

  3. Erstellt ggf. Social-Media-Accounts und pflegt diese. Teilt neue Beiträge auf eurer Website.

Ein Hinweis zu Kampagnenwebseiten

Verwendet für Kampagnen eine URL auf eurer bestehenden Webseite, statt für die Kampagne eine eigene Domain zu reservieren. Eigene Kampagnenwebseiten sind noch weit verbreitet, aber nicht zu empfehlen, weil diese Webseite aus der Sicht von Suchmaschinen ganz von Null anfängt, oftmals keine nennenswerten Rankings erreicht und Links auf die Kampagne zudem nicht positiv auf das Ranking der Hauptwebseite wirken. Wenn ihr auf Postern und Flyern dennoch eine eigene Kampagnenwebsite bewerben wollt, denkt darüber nach, die Domain zwar zu reservieren, aber die Nutzer:innen auf eine URL auf eurer Hauptwebseite weiterzuleiten, wenn sie den Link aufrufen.