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Suchmaschinenoptimierung für feministische Webseiten

Onpage-Optimierung: die richtige Platzierung von Keywords auf einer Seite

Ihr habt nun ein Keyword, für das ihr eine URL optimieren wollt. Wie geht ihr nun vor?

Vor dem Schreiben

Stellt zunächst sicher, dass ihr auf eurer Webseite dieses Keyword noch nicht behandelt habt. Ist dies der Fall, könnt ihr euch an das Schreiben eines neuen Texts machen. Ansonsten überarbeitet ihr eine URL, die es schon gibt und die auf dieses Keyword passt.

Bei SEO-gerechten Texten kommt es darauf an, die Suchintention zu beachten. Wenn Menschen das Keyword in eine Suchmaschine eingeben, was erwarten sie (vermutlich) zu finden? Euer Text sollte eine Antwort auf die Frage geben, die die Person im Kopf hatte, als sie die Suche startete. Deshalb ist der erste Schritt vor dem Schreiben des eigentlichen Textes die Recherche.

Die Suchintention könnt ihr in etwa abschätzen, indem ihr eine anonyme Suche bei Google startet, z.B. mit dem Tool impersonal.me . Auf diese Weise seht ihr die durchschnittlichen Suchergebnisse, und nicht diejenigen Suchergebnisse, die Google basierend auf eurem bisherigen Suchprofil für euch anpasst. Anhand der Seiten auf der ersten Seite der Suchergebnisse seht ihr ungefähr, welche Art Inhalte ganz oben stehen, und welche Fragen die Texte beantworten.

Das Schreiben des Texts

Euer Hauptaugenmerk sollte auf den Inhalten liegen, nicht auf der Platzierung von Keywords. Dafür verwendet ihr den Großteil eurer Zeit. Erst, wenn ihr zufrieden mit dem Ergebnis seid und zuversichtlich, dass ihr damit die Zielgruppe ansprecht, prüft ihr den Texts nochmal auf Keywords.

Eine häufige Fehlannahme über SEO ist, dass das anvisierte Keyword möglichst oft im Text erwähnt werden muss, um im Suchmaschinenranking weit oben zu erscheinen. Dies ist deshalb falsch, weil Texte so für Nutzer:innen unlesbar werden - und da Suchmaschinen stets messen, wie sich Nutzer:innen auf Webseiten verhalten, sammeln unlesbare Texte negative Daten.

Die Algorithmen von Suchmaschinen sind mittlerweile so ausgefeilt, dass sie “Keyword-Stuffing” - das übermäßige Verwenden eines Keywords auf einer Seite - als eine Form von Überoptimierung erkennen und negativ bewerten. Der Algorithmus interessiert sich nicht (mehr) für die bloße Anzahl, wie oft ein Keyword auf einer Seite genannt wird. Sondern dafür, wie gut der Text zu der Suchintention hinter dem Keyword passt. Deshalb gilt die Devise: Texte, die für Nutzer:innen geschrieben sind, sind auch gut für SEO.

Dennoch gibt es einige Richtlinien, die dabei helfen, dass Suchmaschinen die Inhalte der Seite besser auswerten können.

Überschriften

In der Regel arbeiten HTML-Seiten mit 6 Größen von Überschriften, bezeichnet mit H1-H6, wobei H1 die größte und H6 die kleinste ist. Diese sollen hierarchisch von groß nach klein angeordnet sein. Die Überschriften sollen Nutzer:innen erlauben, den Text zu überfliegen und die für sie wichtigen Informationen schnell herauszufiltern.

In der H1-Überschrift sollte sich bereits die Kernbotschaft des Textes befinden. Hier ist ein guter Platz für das Ziel-Keyword. Die H1 soll nur einmal pro Seite verwendet werden, und kurz, aber aussagekräftig sein.

Zwischenüberschriften

Beim Schreiben des Texts gilt es im Hinterkopf zu behalten, wie Nutzer:innen online lesen: und zwar in den seltensten Fällen von Anfang bis Ende, sondern durch Überfliegen des Texts. Im Regelfall lesen sie nur einzelne Passagen, die ihr Interesse wecken, genauer. Texte, die diesem Leseverhalten gerecht werden, sind in einzelne thematische Abschnitte strukturiert, mit kurzen Sätzen und Zwischenüberschriften vor jedem Absatz, die den Inhalt zusammenfassen. Durch das Überfliegen der Zwischenüberschrift weiß eine Leser:in somit schnell, wo sie die für sie relevanten Informationen findet.

Zwischenüberschriften, die als Fragen formuliert sind, erleichtern auch das schnelle Überfliegen und sind deshalb besonders suchmaschinenfreundlich, weil Nutzer:innen, die von einer Suchmaschine aus auf die Seite kommen, eine Frage im Kopf haben. Zwischenüberschriften als Fragen zu formulieren antizipiert diese Erwartungshaltung und erleichtert das Suchen nach der richtigen Antwort.

Nach dem Schreiben: Aufbereiten der Inhalte für SEO

URL

Beim Wählen der richtigen URL gilt: So lang wie nötig, so kurz wie möglich. Die URL sollte es ermöglichen, den Inhalt der Unterseite zu erschließen, ohne den dazugehörigen Text zu sehen. www.beispiel.de/feminismus/aktuelle-debatten/ eignet sich weitaus besser als www.beispiel.de/?1u7828/.

Zusätzlicher “Ballast” wie Konjunktionen (und, weil, während, etc.) oder Artikel (eine, das) können gestrichen werden. Keywords sollten auch hier auftauchen.

Meta-Angaben

Meta-Angaben kommen nicht direkt im Text vor, sondern sind im Quelltext hinterlegt, um Suchmaschinen weitere Informationen über eine Seite zu geben. Dazu gehört der Titel einer Seite und die Meta-Beschreibung. Beide zusammen bilden die Vorschau einer Seite in den Suchergebnissen.

Screenshot eines Suchergebnisses, um Title und Description zu zeigen

Screenshot von Januar 2017

  • SEO-Titel: Eine möglichst prägnante Beschreibung der Unterseite mit maximal 60 Zeichen. Da der SEO-Titel ein direkter Ranking-Faktor ist, muss hier unbedingt das Keyword auftauchen!
  • Beschreibung: Eine kurze Zusammenfassung der Unterseite mit maximal 160 Zeichen. Die Meta-Beschreibung ist ein indirekter Rankingfaktor: Keywords, die hier vorkommen, werden von Suchmaschinen nicht beim Ranking berücksichtigt. Allerdings erhöht eine gute Meta-Beschreibung die Anzahl der Nutzer:innen, die auf die Seite klicken (Click-through-Rate), was sich wiederum positiv auf das Ranking auswirkt.
  • Wenn der Titel des Beitrages und die Meta-Beschreibung länger als 60 bzw. 160 Zeichen sind, muss gekürzt werden – alles was über das Zeichenlimit hinausgeht, wird in der Darstellung abgeschnitten. Es gibt ein frei verfügbares Tool , mit dem die Vorschau getestet werden können.

Was ist mit Bildern?

Suchmaschinen bewerten Seiten, die multimediale Inhalte wie Bilder und Videos enthalten, höher als Seiten mit reinem Text. Deshalb bietet sich an, an geeigneten Stellen Bilder einzubauen. Jegliche multimedialen Inhalte sollten jedoch einen informativen Wert haben. Rein dekorative Bilder stören den Lesefluss eher.

Generell gilt: je höher die Bildqualität, desto besser – bei möglichst geringer Dateigröße. Dies ist deshalb wichtig, weil große Bilder die Ladegeschwindigkeit verlangsamen. Eine langsame Ladegeschwindigkeit wirkt signifikant negativ auf das Ranking aus, zumal die meisten Nutzer:innen mittlerweile auf mobilen Geräten und damit langsameren Datenverbindungen auf Internetseiten zugreifen.

Wie groß dürfen Bilder für eine optimale Ladegeschwindigkeit sein?

Als Faustregel gilt: Dateigröße < 100KB für kleine Bilder und < 200KB für großformatige Bilder, bei einer Auflösung von 72dpi.

Jedes Bild braucht Text

Bei der Benennung des Bildes auf einen eindeutigen und kompakten Dateinamen achten. Mehrere Wörter im Dateinamen durch Bindestriche trennen.

Wichtig: Jedes Bild, das informativen Wert hat, braucht einen ALT-Text (Alternativtext). Hier orientiert man sich am besten an den Richtlinien für Barrierefreiheit – barrierefreie Inhalte sind oftmals auch suchmaschinenfreundlich. Der ALT-Text wird von Screenreadern vorgelesen und von Suchmaschinen ausgewertet.

Entscheidet beim Erstellen des ALT-Textes zunächst: Vermittelt das Bild Informationen oder ist es rein dekorativ? Wenn letzteres der Fall ist, sollte der ALT-Text leer gelassen werden. Wenn das Bild Informationen vermittelt, schreibt einen kurzen und präzisen ALT-Text und gebt diesen im entsprechenden Backend-Feld eurer Webseite ein. Stellt euch vor, ihr beschreibt das Bild einer Person am Telefon. Relevant sind meist nicht einzelne Details („Eine junge Aktivistin mit dunkelbraunen Haaren und einem blauen T-Shirt sitzt auf dem Boden, neben ihr stehen zwei Polizisten und zerren sie von links und rechts an den Armen…“), sondern die Information, die das Bild vermittelt („Eine Aktivistin wird von Polizisten gewaltsam aus einer Blockade entfernt.“). Was diese Information ist, hängt maßgeblich vom Kontext ab: Worum geht es im Text, was soll das Bild illustrieren? Wenn der Text die Methoden beleuchtet, wie die Polizei Blockaden auflöst, ist der Handgriff (von rechts und links an den Armen zerren) durchaus relevant.

Weitere Infos zu barrierefreien Alternativtexten, Englisch

Idealerweise trägt jedes Bild zusätzlich eine für alle sichtbare Bildunterschrift, bereichert durch den Hinweis, warum dieses Bild an dieser Stelle im Text steht. Oft ist hier auch Platz für Copyright-Angaben.

Müssen wir alle Videos transkribieren?

Auch Videos zählen zu multimedialen Inhalten und wirken sich positiv für das Ranking aus. Wichtig ist, sowohl im Sinne von SEO als auch Barrierefreiheit, dass die wichtigsten Infos aus dem Video zusätzlich im Text auftauchen. Dies kann entweder ein Transkript sein, oder einfach der Text des Beitrags. Eine Person, die das Video nicht ansieht und nur den Text liest, sollte keine wichtigen Informationen verpassen.

Checkliste: Onpage-Optimierung auf einen Blick

  • Das Ziel-Keyword wird noch nicht für andere Unterseiten verwendet.
  • Die Suchintention wurde recherchiert und berücksichtigt.
  • Überschrift (H1): enthält das Keyword. Es gibt nur eine H1.
  • Gliederung des Texts in sinnvolle Abschnitte mit Zwischenüberschriften, nach der Hierarchie H2, H3, H4 usw.
  • URL: enthält das Keyword und beschreibt den Inhalt des Texts ohne Füllwörter.
  • SEO-Titel: fasst den Inhalt des Texts zusammen und enthält das Keyword.
  • Meta-Beschreibung: gibt weitere Informationen und lädt zum Klicken ein.
  • Bilder:
    • vor dem Upload
      • Bildqualität: 72 dpi
      • Bildgröße: < 100 KB für kleine Bilder, < 200 KB für großformatige Bilder
      • Sinnvoller Dateiname
      • Jedes Bild hat einen klaren, erkennbaren Zweck.
    • Nach dem Upload
      • Dekorative Bilder haben leeren ALT-Text; der ALT-Text von informativen Bilder beschreibt die Information, die das Bild transportiert.
      • Passende Bildunterschrift + ggf. Copyright-Informationen
  • Informationen aus Videos gibt es auch nochmal in Textform.